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Ehrenamtlich engagieren
Wie freiwilliges Engagement Sie und die Gesellschaft stärkt

© NikVector / gettyimages.de
In unserer Leistungsgesellschaft gibt es einen Bereich, wo sich Leistung gleich doppelt auszahlt: im ehrenamtlichen Engagement. Wer ehrenamtlich tätig ist, leistet etwas für das Gemeinwohl und erlebt über sein Engagement auch Positives für sich selbst, etwa Anerkennung, Sinnhaftigkeit und Zufriedenheit. Darüber wollen wir reden.
Keine Frage, das Ehrenamt ist wichtig. Und es hat eine lange Tradition, die weit in die vorindustrielle Zeit hineinreicht, wenn man freiwillige Tätigkeiten in Zünften, Bruderschaften und kirchlichen Organisationen im Mittelalter dazuzählt. Das moderne Verständnis und die Professionalisierung des Ehrenamts entwickelte sich im 19. Jh. mit der bürgerlichen Gesellschaft, den Vereinsgründungen (Turnvereine, Gesangsvereine, Feuerwehr …) und den Gründungen der Wohlfahrtsverbände (zum Beispiel Caritas, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz). Und hier entsteht auch die Verbindung zu Reformhaus®, geboren aus der Lebensreformbewegung. Selbstorganisation und Gemeinwohlorientierung sowie Freiwilligkeit im Engagement waren auch in der Lebensreform wichtige Prinzipien.
Ehrenamt wird immer wichtiger
Heute bildet das Ehrenamt das Rückgrat vieler gesellschaftlicher Leistungen in Deutschland und ist auch rechtlich „durchdefiniert“ (zum Beispiel im Steuerrecht, Arbeitsrecht, Sozialversicherung, Haftung / Versicherung). Ob in Sportvereinen, Kultur- und Musikvereinen, in der Pflege, bei der Freiwilligen Feuerwehr, in der DLRG oder in Nachbarschaftsinitiativen – das Engagement außerhalb bezahlter Erwerbsarbeit sichert und unterstützt unsere soziale Infrastruktur, schafft Begegnungsräume und stärkt lokalen Zusammenhalt. Angesichts demografischer Veränderungen, belasteter öffentlicher Kassen und einer wachsenden Erwartung an alternative zivilgesellschaftliche Lösungen nimmt die Bedeutung des Ehrenamts in Politik und Verwaltung weiter zu.

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Ehrenamtliche Arbeit kann sehr vielfältig sein, ob im Zivilschutz beim Technischen Hilfswerk THW oder bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG, wo ehrenamtlich Mitarbeitende zum Beispiel auch Schwimmunterricht für Kinder geben
Die Zahlen und Fakten
Wie viele Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich? Bevor wir uns in statistischen Feinheiten und Definitionen von Ehrenamt verlieren, sagen wir einfach: viele, sogar sehr viele! Das Bundesministerium des Inneren (BMI) spricht von 40 % der Bevölkerung über 14 Jahre. Es ist also keine Nische, sondern eine sehr große Anzahl ehrenamtlich engagierter Menschen.
Die Forschung zeigt: Engagement bleibt in Deutschland auf einem insgesamt stabil hohen Niveau, es wandeln sich jedoch Formen und Felder. Klassische Vereinsarbeit (Sport, Kultur) bleibt zentral, gleichzeitig gewinnen flexible, projektbezogene oder digitale Formen an Bedeutung.
Was sehr erfreulich ist, ist die Tatsache, dass das Ehrenamt generationsübergreifend attraktiv, also ein Querschnittsphänomen, ist, und nicht nur Sache der älteren Menschen, die „die Zeit dafür haben“. Dennoch, der Ruhestand öffnet das Zeitfenster weit, und die Beteiligung älterer Menschen ist in einigen Bereichen besonders hoch und dauerhaft, während jüngere Menschen eher projektbezogen aktiv werden und ihr Engagement an Ausbildung oder Studium koppeln. Formen und Motivationen des Engagements unterscheiden sich. Wer sich für genaue Zahlen und Fakten interessiert, kann Untersuchungen des BMI („Deine Gesellschaft zählt“), des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMfFSFJ „Freiwilligensurvey“) oder auch bei statista („Soziales Engagement“) umsehen.
Wo engagieren sich die Menschen?
Unabhängig von den genauen Zahlen, weil abhängig von der Messmethode, steht diese Reihenfolge fest:
Sport und Bewegung
Der größte Bereich bleibt der Sport – mehr als 10 Prozent der Bevölkerung engagieren sich hier (zum Beispiel als Trainer:innen, Übungsleiter:innen, Vereinsvorstände). Sportvereine sind nach wie vor die klassischen Engagement-Orte und fungieren als zentrale Begegnungsräume.
Kultur und Musik
Mit einigen Prozentpunkten folgt der Bereich Kultur und Musik (Chöre, Orchester, Theatergruppen).
Soziales / Wohlfahrt
Soziale Dienste, Nachbarschaftshilfe, Beratungsangebote und Arbeit in Caritas / Diakonie / anderen Wohlfahrtsverbänden bilden einen großen Anteil.
Freiwillige Feuerwehr / Rettungsdienste
Traditionell starkes Engagement-Feld, insbesondere in ländlichen Regionen.
Politik / Parteien / Initiativen
Engagement in Parteien, Bürgerinitiativen und politischen Netzwerken ist bedeutend, aber zahlenmäßig kleiner als Sport oder Soziales.
Umwelt / Naturschutz / Tierschutz
Hier wächst das Interesse – besonders bei jüngeren Generationen.
Informelle Hilfe
Viele Menschen engagieren sich informell (zum Beispiel Einkauf für Nachbar:innen, informelle Betreuung), eine Form des Engagements, die in manchen Erhebungen separat betrachtet wird.
Die positiven Effekte: Wie Ehrenamt Gesundheit und Wohlbefinden steigert
Das Ehrenamt wird in öffentlichen Debatten stets positiv bewertet. Verständlich, denn es bringt eine positive Leistung für die Zivilgesellschaft. Überhaupt nicht zu vernachlässigen sind aber die positiven psychosozialen Effekte für die Engagierten selbst.
Die Studienlage zeigt klar: Ehrenamtliches Engagement wirkt wie ein „psychosoziales Schutzschild“. Es stärkt die psychische Gesundheit, vermindert Einsamkeit, erhöht die Lebenszufriedenheit und fördert soziale Kompetenzen. Am meisten profitieren ältere Menschen und Personen, die in anderer Form sozial benachteiligt sind.
Die wichtigsten Effekte:
Menschen, die Ehrenamtlich arbeiten,
erleben
- eine Reduzierung von Stress und Depression,
- ein erhöhtes Wohlbefinden,
- eine positive Selbstwirksamkeit.
sind
- stärker in Netzwerke eingebunden, was Einsamkeit und soziale Isolation reduziert, wichtig vor allem im Alter.
- öfter generations- und kultur-übergreifend eingebunden (zum Beispiel als Granny Au-pair im Ausland), was Toleranz und geistige Beweglichkeit fördert.
haben
- eine größere Lebenserwartung, vermittelt durch Stressreduktion, positive Emotionen und soziale Einbindung sowie oft mehr Bewegung und geistige Fitness.
spüren
- eine ausgeprägte Sinnstiftung („Purpose in Life“): Besonders bei Ruheständlern wirkt Ehrenamt identitätsstiftend und beugt dem „Leere-Gefühl“ nach dem Berufsleben vor.
- eine positive Rollenidentität: Menschen erleben sich als Teil einer Gemeinschaft und als Beitragende, nicht nur als Empfänger von Leistungen. Junge Menschen bilden ein besseres Selbstbewusstsein aus.
Und wo kann ich mich über Ehrenämter Informieren?
Zum Beispiel über zentrale Online-Plattformen für die Ehrenamtssuche:
www.deutsche-stiftung-engagement-und-ehrenamt.de/
www.aktion-mensch.de/was-du-tun-kannst/ehrenamt
sowie über
- Freiwilligenagenturen vor Ort
- kirchliche und soziale Einrichtungen vor Ort (Caritas, DRK, THW, DLRG …)
Autor:in: Thomas Götemann
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