Picknick im Freien – endlich ist es wieder soweit! Die Sonne scheint, wir sind wieder so viel wie möglich draußen und genießen das schöne Wetter, haben gute Laune – und Hunger.
Fermentieren lernen: Unser Besuch beim Fermentations-Seminar & Anleitung für zu Hause

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Sauerkraut ist wieder in aller Munde – und das aus gutem Grund. Wer Fermentieren lernen möchte, entdeckt eine jahrtausendealte Technik, die Lebensmittel haltbar macht und ihnen eine würzige Tiefe verleiht. Wir haben das Fermentations-Seminar der Akademie Gesundes Leben in Oberursel besucht und nehmen Sie mit – von den ersten Bläschen im Einmachglas bis zur fertigen Anleitung für Ihr Gemüse zu Hause.
Fermentations-Seminar an der Akademie Gesundes Leben in Oberursel
Erinnern Sie sich noch an Hermann, den Sauerteig, der in den 1980er-Jahren fleißig gefüttert, geteilt und verbacken wurde? Er war mein erster Berührungspunkt mit dem Fermentieren. Ein paar Jahrzehnte später sind andere fermentierte Lebensmittel groß in Mode: Kimchi zum Beispiel oder selbst gemachtes prickelndes Ginger Ale. Anders als damals steht heutzutage jedoch nicht das Brotbacken, sondern der gesundheitliche Aspekt mit Hinblick auf ein gesundes Darmmilieu, dem Mikrobiom, im Vordergrund.
Am Freitagnachmittag wurden wir – acht Teilnehmerinnen mit unterschiedlichem Erfahrungsschatz – von Eva Dreher und Dieter Bund im geräumigen und hellen Seminarraum in Oberursel mit ihrer lebendigen Präsentation sofort in den Bann gezogen. Ihre Leidenschaft für das Fermentieren wurde 2015 beim Besuch des koreanischen Pavillons auf der Expo in Mailand angefacht. In Korea gilt Fermentieren als nationales Kulturgut und war deshalb Thema des Länderpavillons. Seitdem haben beide sehr viel experimentiert und sich mit der Theorie beschäftigt. Wir spitzen die Ohren und saugen das Wissen um aktive Mikroorganismen, die so viel mehr können als nur säuern, begeistert auf. Und erfahren ganz nebenbei: Sogar der Hund der beiden frisst mit Vorliebe Milchkefirknollen und erfreut sich bester Gesundheit.
Nach dem ersten, bestens strukturierten Theorieblock mit fundiertem Wissen sind wir dann auch schon in die Lehrküche gegangen. Am ersten Nachmittag haben wir uns den probiotischen Getränken gewidmet. Es wurden Wasserkefir, Milchkefir, Ginger Ale und Kombucha-Fermente verkostet und neu angesetzt.

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Wasserkefirknollen? So sehen sie aus

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Susanne ist gespannt: Wie riecht denn ein Kombuchapilz?

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Dieter Bund und Eva Dreher mit diversen Verkostungsmustern

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Wasserkefir-Ferment mit Datteln in einem Glas mit Ventildeckel
Fermentieren ist kalt kochen
Der Samstag beginnt mit einem köstlichen Frühstück, das Eva Dreher und Dieter Bund durch den am Vortag angesetzten Joghurt bereichern. Dann starten wir wieder mit etwas Theorie. Heute geht es um Grundlagen bei der Herstellung der Fermente und gesundheitliche Vorteile von fermentierten Lebensmitteln. Es folgt eine ausgedehnte Verkostung von Gemüse, Obst und Kräuterpasten auf der Basis von Salz- und Zuckerfermentation. Spannend zu sehen, wie zum Beispiel fester Blumenkohl und Möhren ihre Konsistenz während des Fermentierens verändern und spürbar weicher werden. Dann dürfen wir selbst schnippeln, kneten und abfüllen. Währenddessen backt Dieter Bund ein Sauerteigbrot für das Sonntagsfrühstück.

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Es gab zahlreiche salzige und auch süße Fermente zu verkosten

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Die Seminarleiter:innen Dieter Bund und Eva Dreher verteilen Ihre vorbereiteten Fermente

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Und dann ging es ans Selbstmachen: Das sind die fein geschnittenen oder geraspelten Zutaten für Kimchi

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Alle Zutaten kräftig kneten bis genügend Saft ausgetreten ist, um das Gemüse zu bedecken
Fermentieren zu Hause: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Einsteiger
Das Beste am Fermentieren: Man braucht kein Spezialwerkzeug. Ein Bügelglas, etwas Gemüse, Wasser und Salz – das reicht für den Einstieg. Die folgende Anleitung basiert auf den Inhalten des Seminars sowie dem Fermentier-Leitfaden aus dem Ernährungsplan von Nina Ruge (Gräfe und Unzer).
Das richtige Gemüse für den Start
Ideal für Anfänger sind feste Gemüsesorten, die auch roh genießbar sind, da sie keine Vorbehandlung benötigen:
- Möhren, Kürbis, Rote Bete, Fenchel
- Kohl (z. B. Weißkohl für Sauerkraut, Rotkohl)
- Rettich, Radieschen, Einlegegurken (ganz)
Wichtig: Roh ungenießbare Sorten wie grüne Bohnen müssen vorher 5–10 Minuten blanchiert werden. Erst dann weiter wie beschrieben.
Zutaten & Equipment
- 1 großes Bügelglas (1–2 Liter), sauber ausgespült
- Gemüse nach Wahl (s. o.)
- 2%ige Salzlösung: 20 g naturbelassenes Salz auf 1 Liter Wasser (kein Jodsalz!)
- Optional: Gewürze wie Chili, Ingwer, Knoblauch, Kümmel, Koriander, Pfeffer
- Ein kleines Beschwerungsgewicht (z. B. kleiner Glasdeckel), damit das Gemüse unter der Lake bleibt
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So geht's: Die 6 Schritte zum fermentierten Gemüse
- Gemüse vorbereiten: In handliche Stücke schneiden oder – bei Radieschen und kleinen Gurken – ganz lassen. Fest ins saubere Bügelglas schichten.
- Lake aufgießen: 2%ige Salzlösung (20 g Salz auf 1 l Wasser) so einfüllen, bis das Gemüse vollständig bedeckt ist. Ca. 5 cm Platz bis zum Rand lassen – die Gase während der Fermentation brauchen Raum.
- Beschweren & schließen: Gemüse mit einem Gewicht (kleiner Glasdeckel o. Ä.) unter die Lake drücken, damit es nicht auftreibt. Glas schließen.
- Anspringen lassen (2–3 Tage, Zimmertemperatur): Das Glas bei ca. 20–22 °C stehen lassen. Schon nach kurzer Zeit sollten erste Bläschen sichtbar sein – das ist ein gutes Zeichen! Das Glas auf einen Teller stellen, da etwas Lake austreten kann.
- Reifen lassen (mind. 2 weitere Wochen, kühler Ort): An einem dunklen, kühlen Ort (ca. 15 °C) – etwa im Keller oder Vorratsraum – reifen lassen. Die Bläschen steigen auf, die Milchsäure entwickelt sich. Glas nicht unnötig öffnen.
- Probieren & einlagern: Probieren Sie das Gemüse. Passt das Aroma noch nicht? Glas schließen und weiter reifen lassen. Ist es perfekt? Ab in den Kühlschrank. Ungeöffnet hält es sich dort mindestens ein halbes Jahr, angebrochene Gläser mehrere Wochen – vorausgesetzt, Sie entnehmen das Gemüse stets mit einer sauberen Gabel.
Profi-Tipp aus dem Seminar: Eine weiße Schicht auf der Lake ist oft Kahm-Hefe – harmlos, aber mit sauberer Gabel abschöpfen. Echter Schimmel (bunt, pelzig) bedeutet: Glas entsorgen und neu beginnen. Passiert das häufig, wurde das Gemüse nicht sauber genug abgedeckt.
Effektive Mikroorganismen für Haushalt und Garten
Nach unserem Frühstück mit frisch gebackenem Brot und delikater fermentierter Marmelade lernen wir am Sonntag die Effektiven Mikroorganismen (EM) kennen. So nennt sich ein Verbund aus über 80 Arten verschiedener Mikroorganismen, welcher auch zum Reinigen und gegen Wasserverschmutzungen (wie beispielsweise nach der Katastrophe im Ahrtal) eingesetzt wird. Eine zur Verbesserung des Bodenlebens und CO2-bindende Alternative zum Kompostieren von Küchenabfällen ist das sogenannte Bokashieren, das Fermentieren durch Zugabe von EM. Bereits nach zwei bis drei Wochen ist das Bokashi-Ferment fertig und kann im Garten eingesetzt werden. Auch hier gingen wir in die Praxis und topften eine Pflanze mit etwas Bokashi-Granulat ein.
Der krönende Abschluss des Seminars war schließlich das Mittagessen mit einem himmlischen Eis aus unserem selbst angesetzten Milchkefir. Danach haben wir die Akademie Gesundes Leben mit eigenen Fermenten, Kefirknollen, einem SCOBY (symbiotic culture of bacteria and yeast = Gemeinschaft von Bakterien und Hefen), der Topfpflanze und ganz viel neuem Wissen im Gepäck verlassen. Ein herzliches Dankeschön an Eva Dreher und Dieter Bund, die sich unsagbar viel Mühe mit der Vorbereitung und uns einen Rundum-Einblick in die Welt der Fermentation gegeben haben.
Und übrigens: Meine Bokashi-gedüngte Pflanze hat sich super entwickelt und sieht noch immer perfekt aus.
Produkte aus dem Reformhaus®
Produkte, mit denen Sie selbst fermentieren können, sind Reformhaus® Joghurt Ferment und Reformhaus® Kefir Ferment.
Als Futter für Wasserkefirknollen und Scoby eignen sich die getrockneten ungeschwefelten Reformhaus® Bio-Feigen und Reformhaus® Bio-Datteln.
Bereits fermentierte Produkte sind zum Beispiel Dr. Niedermaier Rechtsregulat und Eden Frischkost Sauerkraut.
Seminar-Tipp
Foodtrend Fermentation
Fermentierte Lebensmittel sind nicht nur gesund, sie sind auch lecker, reich an Vitaminen, Enzymen sowie nützlichen Bakterienkulturen. Im Seminar lernen Sie die verschiedenen Arten des Fermentierens kennen: unter anderem mit Milchsäurebakterien, Hefen und unter Verwendung von Salz oder Zucker. Ein weiterer Schwerpunkt sind die vielfältigen Wirkungen der Effektiven Mikroorganismen (EM). In unserer Lehrküche verwandeln Sie Obst, Gemüse sowie Kräuter in herzhafte Beilagen, aromatische Marmeladen und erfrischende Getränke. Nehmen Sie vielseitige Rezepte und leckeren Kostproben mit nach Hause.
Informationen: www.akademie-gesundes-leben.de oder telefonisch: 06172 / 300 98 22

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Durch unsere geschultes Fachpersonal können wir Ihnen eine ausgiebige Beratung anbieten und ganz auf Ihre Bedürfnisse eingehen.
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Häufige Fragen zum Fermentieren
[Veröffentlicht: 06.03.2026]
Autor:in: Angela Berger


