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Leber - Besonderheiten für Frauen
Veränderungen in den Wechseljahren

© Mariam Arsaliaa / gettyimages.de
Mit den hormonellen Veränderungen in der zweiten Lebenshälfte, wenn die Östrogenproduktion stark abnimmt, wird die Leber stärker beansprucht, was ihre zentrale Rolle für die Entgiftung und den Hormonstoffwechsel unterstreicht. Diese Belastung kann Auswirkungen auf die Lebergesundheit haben und verdeutlicht die Notwendigkeit, dieses Organ gezielt zu unterstützen, da es das gesamte Wohlbefinden beeinflusst.
Veränderungen in den Wechseljahren und ihre Auswirkungen auf die Leber
Die Wechseljahre sind eine Phase des Umbruchs, in der der Körper zahlreiche Veränderungen durchläuft. Diese hormonellen Schwankungen können direkten Einfluss auf die Leber haben:
- Verringerter Östrogenspiegel: Das Absinken des Östrogenspiegels kann zu einer veränderten Fettverteilung im Körper führen. Viele Frauen bemerken ab etwa dem 50. Lebensjahr eine Zunahme des Bauchfetts. Da die Leber maßgeblich am Fettstoffwechsel beteiligt ist, erhöht dies die Gefahr einer Fettleber.
- Gewichtszunahme: Ab den Wechseljahren verlangsamt sich der Stoffwechsel und bei Männern wie Frauen sinkt mit dem Älterwerden der Grundumsatz. Übergewicht stellt eine zusätzliche Belastung für die Leber dar und kann Entzündungen fördern.
- Medikamenteneinnahme: Frauen ab 50 nehmen häufig mehr Medikamente ein, beispielsweise gegen Bluthochdruck, Cholesterin oder bei einer Hormonersatztherapie. Da die Leber den Großteil der Medikamente abbaut, kann eine Überlastung der Leberzellen durch diese zusätzliche Arbeit entstehen. Langfristig kann dies die Entgiftungsfähigkeit der Leber beeinträchtigen.
- Hormonelle Veränderungen und Entzündungen: Sinkende Östrogenwerte können auch die Neigung zu Entzündungen im Körper erhöhen. Chronische Entzündungen beeinflussen nicht nur Gelenke und Muskeln, sondern auch die Leber, die sich mit einer Überlastung durch die vermehrte Entgiftung auseinandersetzen muss.
Was Frauen in der zweiten Lebenshälfte für ihre Lebergesundheit tun können
Mit einigen gezielten Maßnahmen lässt sich die Leber gesund erhalten, und viele Beschwerden, die im Zusammenhang mit den Wechseljahren stehen, können gelindert werden. Dazu gehören das Erreichen eines Normalgewichts, Stressabbau durch Achtsamkeitstraining, Meditation oder Yoga sowie die allgemeinen Ernährungstipps aus unserem Beitrag „Die Leber – unser stiller Held":
Zum Beitrag: „Die Leber – unser stiller Held"Buchtipp: "Frauengesundheit geht anders"
Krankheiten zeigen sich bei Frauen oft anders als bei Männern – werden jedoch häufig übersehen, weil Medizin und Forschung lange am männlichen Körper ausgerichtet waren. Das kann im Ernstfall lebensgefährlich sein, etwa wenn ein Herzinfarkt bei Frauen mit unspezifischen Symptomen wie Übelkeit auftritt.
Auch Hormonzyklus, Stoffwechsel und Medikamentenverträglichkeit unterscheiden sich deutlich, wodurch Frauen häufiger andere Nebenwirkungen erleben. Viele Beschwerden wie Reizdarm sind zudem noch unzureichend erforscht.
Das Buch zeigt, warum Gender-Medizin so wichtig ist, klärt über typische weibliche Symptome auf und gibt praktische Tipps zu Therapie, Ernährung und Gesundheit in jeder Lebensphase.
„Frauengesundheit geht anders – Herz, Blase, Darm, Knochen, Hormone – wie der weibliche Körper tickt und wie Beschwerden gezielt behandelt werden können“ von Prof. Dr. Michaela Döll. VAK Verlag. Klappenbroschur, 208 Seiten. 22,00 Euro. ISBN 978-3-86731-297-4

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Autor:in: Thomas Götemann


