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Frühjahrsmüdigkeit bekämpfen: 10 Strategien von Dr. Anne Fleck

Bye-bye Frühjahrstief!

Junge Frau macht einen Salat

© Daniel de la Hoz / gettyimages.com

Die Tage werden länger, die Sonne gewinnt an Kraft – und trotzdem schleichen sich Müdigkeit, Energietiefs und Heißhunger ein. Das typische Frühjahrstief trifft viele Menschen jedes Jahr aufs Neue. Doch was steckt wirklich dahinter? Und wie können wir aktiv gegensteuern?

Dr. med. Anne Fleck, Fachärztin für Innere Medizin, Rheumatologie, Prävention und Ernährungsmedizin, gibt im Interview Einblicke, wie Licht, Hormone und Nährstoffe unser Energielevel steuern, welche Rolle der Darm dabei spielt – und wie 10 alltagstaugliche Strategien helfen können, die schönste Jahreszeit in vollen Zügen zu genießen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltender Erschöpfung empfehlen wir, ärztlichen Rat einzuholen.

Expertin: Dr. med. Anne Fleck

Dr. med. Anne Fleck – bekannt als „Doc Fleck" – ist Bestsellerautorin und TV-Ärztin mit Schwerpunkten in Innerer Medizin, Rheumatologie, Präventiv- und Ernährungsmedizin. Sie ist Expertin auf dem Gebiet der Naturheilkunde und integrativen Medizin und begleitet Menschen mit ihrem ganzheitlichen ENERGY!-Programm auf dem Weg zu mehr Vitalität.

„Hören Sie auf Ihren Körper und achten Sie bei allem auf ein gesundes Maß.“

– Dr. med. Anne Fleck

Ärztin und Autorin Dr. med. Anne Fleck

© Asja Caspari

Im Gespräch mit Dr. Anne Fleck: Ursachen und Lösungen

Viele Menschen fühlen sich im Frühjahr müde und abgeschlagen. Gibt es dafür eine medizinisch nachvollziehbare Erklärung?

Frühjahrsmüdigkeit ist kein Mythos, sondern eine normale Anpassungsreaktion des Körpers. Nach dem dunklen Winter muss sich der Organismus auf mehr Licht, steigende Temperaturen und den Jahreszeitenwechsel einstellen. Dabei weiten sich die Gefäße, der Blutdruck sinkt und der Kreislauf braucht Zeit, um nachzuziehen – das kann vorübergehend müde machen. Hinzu kommen oft ein geschwächtes Immunsystem, weniger Bewegung im Winter und mögliche Vitalstoffdefizite, die unsere Energie zusätzlich dämpfen.

Welche Rolle spielen Licht, Temperaturwechsel und Hormone dabei?

Licht ist ein zentraler Faktor für unser Energielevel. Im Winter bildet der Körper mehr Melatonin, dem „Schlafhormon“, das müde macht. Mit dem zunehmenden Tageslicht im Frühling steigt der Serotoninspiegel – unser „Wach- und Glückshormon“. Diese hormonelle Umstellung braucht Zeit und kann vorübergehend Energie kosten. Gleichzeitig fordert der Wechsel zwischen Kälte und Wärme den Kreislauf heraus, da sich die Blutgefäße ständig anpassen müssen. All das kann uns zeitweise schlapp fühlen lassen.

Gibt es Nährstoffmängel, die sich gerade jetzt bemerkbar machen?

Absolut – nach dem Winter sind viele Depots erschöpft. Besonders häufig sehen wir Mängel an Vitamin D, Eisen (vor allem bei Frauen), Magnesium, B-Vitaminen sowie Zink und Selen. Diese zeigen sich oft erst im Frühjahr, wenn der Körper wieder mehr Energie benötigt, um „aufzuwachen. Ein zu niedriger Vitamin-D-Spiegel kann Stimmung, Stoffwechsel und Immunsystem belasten. Auch eine unzureichende Versorgung mit Eisen, Magnesium und B-Vitaminen zeigt sich häufig in Müdigkeit und Konzentrationsproblemen. Unterschätzt werden auch Selen und Zink: Sie sind wichtig für Immunabwehr, Zellschutz und eine gesunde Schilddrüse – nicht selten ist ein Selenmangel kann ein heimlicher Müde- und Krankmacher.

Sie sprechen oft vom Darm als Energiezentrale: Wie beeinflusst unsere Darmflora unser Energielevel?

Ein gesundes Mikrobiom reguliert Entzündungen und beeinflusst 95 % unseres Serotonins. Ist die Flora gestört, können Müdigkeit, Heißhunger und Schlafprobleme auftreten. Viel Gemüse, Kräuter, Gewürze und Ballaststoffe wie Akazienfasern oder Flohsamenschalen stärken die guten Bakterien und schenken langfristig Energie.

Wie gestalten Sie Ihre Mahlzeiten, um Heißhunger und Energietiefs vorzubeugen?

Ich starte mit dem ausgewogenen Doc Fleck Frühstück aus Eiweiß (z. B. aus Quark, Nüssen, Samen), etwas Obst und hochwertigem Omega 3 aus Algenöl – das hält lange satt und unterstützt Darm und Energielevel. Mittags und abends setze ich auf den Gesundteller nach der Doc Fleck Methode: viel Gemüse, Kräuter, hochwertiges Eiweiß, gesunde Fette (z.B. aus Olivenöl) und Kohlenhydrate in Vollkornvariationen nach Bedarf. Regelmäßige Essenspausen zwischen den Mahlzeiten stabilisieren den Blutzucker. Zwischendurch nutze ich gerne ein alkoholfreies Bitterstoffspray für den Darm und ein starkes Leber-Gallesystem. Viel trinken, aber nicht während der Mahlzeiten, unterstützt zusätzlich die Verdauung.

Welche Bewegungsformen bringen uns im Frühling richtig in Schwung, welche können sogar ermüden?

Bewegung an der frischen Luft tut gut! Spaziergänge, Walken, Radfahren, Schwimmen, Tai Chi oder Yoga bringen Kreislauf und Endorphine in Schwung, ohne zu überfordern. Leichte Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht sind ebenfalls hilfreich. Extremes Auspowern sollte bei Müdigkeit eher vermieden werden – das könnte den oxidativen Stress erhöhen und damit kontraproduktiv sein. Also: Hören Sie auf Ihren Körper und achten Sie bei allem auf das gesunde Maß.

Wenn Sie nur eine Veränderung im Alltag empfehlen könnten, um Frühjahrsmüdigkeit zu begegnen – welche wäre das?

Starten Sie morgens mit einem großen Glas lauwarmen Wasser und gehen Sie frühzeitig nach draußen – eine kurze Runde spazieren reicht. Das reguliert die Hormone, senkt Stress, steigert Vitamin D und Serotonin und gibt einen natürlichen Energieschub. Kombinieren Sie das mit tiefem Atmen und schon nach wenigen Tagen werden Sie einen deutlichen Unterschied spüren.

10 Energie-Booster-Strategien von Dr. Anne Fleck

Über die allgemeinen Zusammenhänge hinaus gibt Dr. Anne Fleck hier 10 konkrete, alltagserprobte Strategien, die dabei helfen können, das Frühjahrstief hinter sich zu lassen.

1. Morgens Wasser trinken – das Fundament

Direkt nach dem Aufstehen, auf nüchternen Magen, ein bis zwei große Gläser (200–400 ml) stilles, zimmerwarmes Wasser trinken. Über Nacht verliert der Körper bis zu einem halben Liter Flüssigkeit – dieses Defizit schwächt Verdauung und Energie. Über den Tag verteilt gilt: etwa 30–40 ml pro Kilogramm Körpergewicht (Richtwert), aus stillem Wasser und ungesüßten Getränken wie Kräutertee.

Doc-Fleck-Tipp: Nicht während der Mahlzeiten trinken, sondern 15–20 Minuten vorher. So bleiben Magensäfte konzentriert und die Nährstoffaufnahme läuft optimal.

2. Das Doc-Fleck-Spätstück

Je länger die Pause zwischen Abendessen und dem ersten Frühstück am nächsten Morgen, desto mehr Zeit hat der Körper für zelluläre Reinigungs- und Reparaturprozesse. Doc Fleck empfiehlt eine Pause von mindestens 12–13 Stunden – eine Art Intervallfasten en miniature. Ihr Lieblingsrezept fürs Spätstück: Chiasamen über Nacht in einem pflanzlichen Milchersatz quellen lassen, morgens mit Zitronensaft, Leinöl mit DHA/EPA und einer Prise Salz verrühren, mit Beeren und gehackten Nüssen garnieren.

3. Schlaf optimieren – Blaulicht reduzieren

Sieben bis acht Stunden Schlaf braucht der Körper, um Reparatur- und Entgiftungsprozesse abzuschließen. Ein unterschätzter Schlafräuber ist Blaulicht von Smartphones, Tablets und Fernsehern: Es hemmt die Melatoninproduktion und kann die innere Uhr um zwei bis drei Stunden verschieben.

Doc-Fleck-Tipp: Ab 18 Uhr den Blaulichtfilter aktivieren oder eine Brille mit orangefarbenen Gläsern tragen. Kombiniert mit einer guten Schlafhygiene (dunkles, kühles Zimmer, ruhige Umgebung) kann die Schlafqualität deutlich verbessert werden.

4. Ballaststoffe – Futter für die Darmflora

Ballaststoffe sind unverdauliche Pflanzenbestandteile, die direkt in den Dickdarm gelangen und dort als Futter für gesunde Bakterien dienen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens 30 g täglich. Gute Quellen: Äpfel, Beeren, Birnen, Karotten, Fenchel, Kohl, Artischocken, Nüsse und Hülsenfrüchte. Ballaststoffe können außerdem zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels beitragen und beugen so Leistungstiefs vor.

5. Tee-Tox-Ritual

Kräutertees unterstützen die natürlichen Ausscheidungsorgane. Doc Fleck empfiehlt Brennnesseltee zur Unterstützung der Nieren und Löwenzahntee für die Leber. Trinken, bis der Urin einmal täglich sehr hell erscheint – das kann ein Zeichen ausreichender Flüssigkeitszufuhr sein.

6. Flohsamenschalen für mehr Verdauungsschwung

Zwei Teelöffel gemahlene Bio-Flohsamenschalen in 200–250 ml Wasser einrühren, fünf Minuten quellen lassen und zügig trinken. Direkt im Anschluss ein weiteres Glas Wasser trinken – denn bei erhöhter Ballaststoffzufuhr ist eine ausreichende Flüssigkeitsmenge besonders wichtig. Alternativ lassen sich die Flohsamenschalen auch über das Frühstück streuen.

7. Mini-Bewegung – Großer Effekt

Kein Leistungssport notwendig: Kleine Bewegungseinheiten zwischendurch können die Endorphinproduktion anregen und haben über die Zeit eine spürbare Wirkung auf Energielevel und Stimmung.

  • Morgens im Bett: etwa eine Minute „Fahrradfahren" auf dem Rücken liegend
  • Im Büro: Rücken strecken, Arme nach vorne und senkrecht nach oben strecken, 15 Sekunden halten
  • Im Sitzen langsam nach vorne beugen, Kopf auf die Oberschenkel legen, 15 Sekunden bewusst atmen
  • Nacken dehnen: Gerade sitzen, Kopf langsam zur Seite neigen, mit der Hand sanft Zug ausüben, 15 Sekunden halten, Seiten wechseln

8. Bauchmassage – Wellness für den Darm

Eine sanfte Bauchmassage kann die Verdauung anregen und das Wohlbefinden steigern:

  • Hinlegen, einige Sekunden bewusst in den Bauch atmen
  • Mit beiden Händen 10-mal über den Bauch streichen
  • Hände flach auf den Bauch legen, tief atmen, sanften Gegendruck aufbauen
  • Im Uhrzeigersinn über den Bauch streichen – entsprechend dem natürlichen Verlauf des Dickdarms

9. Gedankenfasten – mentale Energie zurückgewinnen

Permanente Vergleiche und negative Gedanken können das Stresshormonsystem aktivieren und Energie rauben. Bewusstes „Gedankenfasten" – also das aktive Loslassen von negativen Gedankenspiralen und der Fokus auf positive Momente – kann dabei helfen, mentale Ressourcen zu schonen und das Wohlbefinden zu steigern.

10. Tief atmen – der einfachste Energie-Schalter

Rund 23.000 Atemzüge nehmen wir täglich – meist unbewusst und häufig zu flach. Bewusstes tiefes Atmen kann unmittelbar dazu beitragen, Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol zu reduzieren und eine tiefere Entspannung einzuleiten.

Doc-Fleck-Tipp: Besonders in stressigen Momenten eine Minute für einen tiefen Atemzug einplanen. Vorher kurz die Nase putzen – und dann bewusst in den Bauch atmen.

Tipp der Redaktion: Natürliche Unterstützung aus dem Reformhaus®

Für Energie und einen aktiven Stoffwechsel spielen verschiedene Nährstoffe eine wichtige Rolle. B-Vitamine, Vitamin C, D und E sowie die Mineralstoffe Eisen, Zink und Selen tragen jeweils zur normalen Funktion des Stoffwechsels und des Immunsystems bei. Omega-3-Fettsäuren leisten einen Beitrag zur normalen Herzfunktion. Eine hochwertige Auswahl finden Sie im Reformhaus®:

Für eine rundum gute Nährstoffversorgung eignen sich praktische Allroundprodukte wie das Alsiroyal® Lebens-Elixier, Dr. Wolz Vitalkomplex oder Dr. Niedermaier Rechtsregulat.

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Fazit: Den Körper sanft in den Frühling begleiten

Frühjahrsmüdigkeit ist eine natürliche Anpassungsreaktion – keine Krankheit. Unser Körper braucht nach den dunklen Monaten einfach etwas Zeit, um Melatonin abzubauen, Serotonin aufzubauen und den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Mit Bewegung an der frischen Luft, einer pflanzenreichen, ausgewogenen Ernährung, bewusstem Schlafmanagement und – wenn nötig – gezielter Nährstoffergänzung lässt sich dieser Übergang aktiv und positiv gestalten.

Wie Dr. Anne Fleck betont: Kleine Veränderungen im Alltag können eine erstaunlich große Wirkung haben. Hören Sie auf Ihren Körper – und genießen Sie den Frühling!

Häufige Fragen zur Frühjahrsmüdigkeit (FAQ)

Was ist Frühjahrsmüdigkeit und wie lange dauert sie?

Frühjahrsmüdigkeit ist eine natürliche Anpassungsreaktion des Körpers an den saisonalen Übergang vom Winter in den Frühling. Durch mehr Tageslicht, steigende Temperaturen und hormonelle Veränderungen – weniger Melatonin, mehr Serotonin – muss sich der Organismus neu justieren. Das kostet vorübergehend Energie. Die meisten Menschen fühlen sich nach zwei bis vier Wochen wieder vitaler, sobald sich Kreislauf, Hormonsystem und Nährstoffversorgung eingependelt haben.

Was hilft am besten gegen Frühjahrsmüdigkeit?

Bewährte Maßnahmen sind: täglich Frischluft und Tageslicht tanken (ideal morgens), ausreichend schlafen und Blaulicht am Abend reduzieren, Mahlzeiten mit viel Gemüse, Ballaststoffen und hochwertigem Eiweiß, viel trinken – hauptsächlich stilles Wasser und Kräutertee – und regelmäßige moderate Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Yoga. Bei anhaltender Erschöpfung sollte ein Arzt mögliche Nährstoffmängel oder andere Ursachen abklären.

Welche Nährstoffe fehlen im Frühjahr häufig?

Besonders häufig sind nach dem Winter die Vitamin-D-Speicher niedrig, da die Sonneneinstrahlung in den Wintermonaten in unseren Breitengraden nicht ausreicht, um ausreichend Vitamin D zu bilden. Weitere häufig unzureichend versorgte Nährstoffe sind Eisen (vor allem bei Frauen), Magnesium, B-Vitamine sowie Zink und Selen. Ein Blutbild beim Arzt gibt Aufschluss über individuelle Defizite.

Wie hängen Darm und Müdigkeit zusammen?

Der Darm beherbergt Billionen von Mikroorganismen, die verschiedene Körperfunktionen beeinflussen. Ein ausgewogenes Darmmikrobiom kann unter anderem entzündliche Prozesse regulieren. Ist die Darmflora aus dem Gleichgewicht, kann sich das in Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Schlafproblemen bemerkbar machen. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Gemüse, fermentierten Lebensmitteln und ausreichend Flüssigkeit unterstützt eine gesunde Darmflora.

Welche Bewegung ist bei Frühjahrsmüdigkeit sinnvoll?

Sanfte, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft ist ideal: Spazieren gehen, Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, Yoga oder Tai-Chi. Wichtig ist, nicht zu überfordern – bei starker Müdigkeit ist moderates Training wirksamer als intensive Einheiten. Selbst kurze Mini-Übungen zwischendurch (5–15 Minuten täglich) können zur Verbesserung des Energielevels beitragen.

Ab wann sollte ich wegen Frühjahrsmüdigkeit zum Arzt?

Hält die Erschöpfung länger als vier bis sechs Wochen an, wird von Woche zu Woche schlimmer oder geht mit weiteren Symptomen wie starkem Schwindel, Herzrasen, Gewichtsveränderungen oder anhaltenden Stimmungstiefs einher, sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Chronische Müdigkeit kann verschiedene Ursachen haben, darunter Schilddrüsenerkrankungen, Blutarmut oder andere internistische Erkrankungen.

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[Veröffentlicht: 27.02.2026 | Aktualisiert: 12.03.2026]