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Teesorten und ihre Wirkung: Ein Schluck Wohlgefühl

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© ArtistGNDphotography / gettyimages.de

Tee ist weit mehr als ein wärmendes Heißgetränk: Er begeistert mit feinen Aromen, wertvollen Pflanzenstoffen und wohltuenden Eigenschaften. Ob Kräuter-, Früchte- oder klassische Teesorten – tauchen Sie ein in die bunte Teevielfalt und entdecken Sie die natürlichen Schätze in jeder Tasse.

Wenn es draußen ungemütlicher wird, gibt es kaum etwas Schöneres, als sich mit einer Tasse frisch aufgebrühtem Lieblingstee einen Moment der Ruhe zu gönnen. Dieses kleine Ritual tut der Seele gut und kann je nach Sorte auch das körperliche Wohlbefinden unterstützen. Seit Jahrhunderten schätzen Menschen weltweit den wohltuenden Aufguss aus Blättern, Kräutern, Früchten oder Gewürzen. Doch die Auswahl wächst stetig, und die Entscheidung vor dem Regal fällt oft schwer. Wir begleiten Sie durch die Welt des Tees: mit einem Aufguss-Guide, zwölf bewährten Teesorten, Hinweisen zur sicheren Anwendung und Antworten auf häufige Fragen.

Wissen auf einen Blick

  • Echter Tee oder Kräutertee? Weißer, grüner und schwarzer Tee stammen von der Teepflanze (Camellia sinensis) und enthalten Koffein. Kräuter- und Früchtetees sind in der Regel koffeinfrei.
  • Temperatur: Schwarztee sowie Kräuter- und Früchtetee mit etwa 95–100 °C aufgießen, grünen und weißen Tee mit etwa 60–80 °C.
  • Ziehzeit: Kurz gezogener Tee wirkt anregender. Länger gezogen wird er herber und weniger anregend, aber nicht „beruhigend“.
  • Sorte nach Anlass: Kamille, Pfefferminze und Magentee für Magen und Darm, Ingwer zum Wärmen, Brennnessel zur Durchspülung, Früchtetee als koffeinfreier Genuss.
  • Ungesüßt und nicht zu heiß: So bleiben die natürlichen Eigenschaften der Pflanzen im Vordergrund. Getränke über etwa 65 °C sollten Sie abkühlen lassen.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist Tee? Echter Tee, Kräutertee und Früchtetee
  • Der richtige Aufguss: So gelingt Ihr Tee
  • Weißer, grüner und schwarzer Tee: die echten Tees
  • Kräutertees für Magen, Darm und Atemwege
  • Tees zur Entlastung und Unterstützung
  • Früchtetee: fruchtiger Genuss ohne Koffein
  • Arzneitee oder Genusstee? Gut zu wissen
  • Tee-Verträglichkeit: Worauf Sie achten sollten
  • Unsere Empfehlungen aus dem Reformhaus®
  • Häufige Fragen zu Tee (FAQ)

Was ist Tee? Echter Tee, Kräutertee und Früchtetee

Im engeren Sinn ist „Tee“ das Getränk aus den Blättern der Teepflanze Camellia sinensis. Je nach Verarbeitung entstehen daraus weißer, grüner oder schwarzer Tee. Alles andere – Kamille, Pfefferminze, Ingwer, Brennnessel oder getrocknete Früchte – sind streng genommen teeähnliche Getränke: Kräuter- und Früchtetees.

Der Unterschied ist im Alltag wichtig: Nur echter Tee enthält Koffein. Kräuter- und Früchtetees sind in der Regel koffeinfrei und deshalb auch am Abend eine gute Wahl. Manche Kräutertees werden traditionell wegen ihrer Inhaltsstoffe eingesetzt, etwa bei Magen-Darm-Beschwerden. Im Reformhaus® gibt es sie teils als freiverkäufliche Arzneitees (mehr dazu weiter unten).

Der richtige Aufguss: So gelingt Ihr Tee

Ein guter Tee beginnt nicht erst in der Tasse, sondern beim richtigen Aufguss. Schon kleine Details machen den Unterschied.

Ihr Aufguss-Guide in vier Schritten

  • Wasser: Frisch aufgekochtes, möglichst kalkarmes Wasser sorgt für reinen Geschmack. Am besten immer frisch verwenden.
  • Zubereitung: Loser Tee bietet den Blättern viel Raum, ihr Aroma zu entfalten. Hochwertige Teebeutel sind die praktische Alternative für den unkomplizierten Teegenuss.
  • Temperatur: Kräuter- und Früchtetees vertragen kochendes Wasser. Schwarzer Tee entfaltet sich bei etwa 95–100 °C. Grüne und weiße Tees mögen es sanfter, bei etwa 60–80 °C, damit sie nicht bitter werden.
  • Ziehzeit und Wirkung: Bei echtem Tee löst sich das Koffein zuerst. Kurz gezogen (etwa 2–3 Minuten) wirkt er deshalb eher anregend. Bei längerem Ziehen (4–5 Minuten) gehen mehr Gerbstoffe in den Aufguss über: Der Tee wird herber und wirkt weniger anregend. Zu langes Ziehen macht ihn bitter. Kräutertees ohne Koffein dürfen länger ziehen.

Richtwerte auf einen Blick

TeesorteWassertemperaturZiehzeit
Weißer Tee60–80 °C3–5 Minuten
Grüner Tee 60–80 °C (feiner Sencha eher 60–70 °C) 2–4 Minuten2–4 Minuten
Schwarzer Tee95–100 °C3–5 Minuten
Kräuter- und Früchteteekochend (95–100 °C), zugedeckt ziehen lassen5–8 Minuten

Richtwerte. Die Zubereitungshinweise auf der Packung haben Vorrang.

Weißer, grüner und schwarzer Tee: die echten Tees

Diese drei Klassiker stammen alle von der Teepflanze und enthalten Koffein. Sie unterscheiden sich in Verarbeitung, Geschmack und Zubereitung.

Weißer Tee: der Edle unter den Teesorten

Leise, aber mit Wirkung. Weißer Tee wird nur minimal verarbeitet und gilt als besonders fein und naturbelassen. Er enthält Polyphenole und weitere antioxidativ wirkende Pflanzenstoffe, die freie Radikale abfangen können. Im Geschmack ist er mild und zart, ideal für Genießer, die es gern dezent mögen. Bereiten Sie ihn mit nicht zu heißem Wasser zu, damit er seine Feinheit behält.

Grüner Tee: der Wachmacher mit Zen-Charakter

Der Wachmacher, der sich als Zen-Meister tarnt. Grüner Tee steckt voller sekundärer Pflanzenstoffe: Catechine (Bitterstoffe) und Polyphenole wirken antioxidativ und können freie Radikale abfangen. Sein Koffein steckt meist in geringerer Menge in der Tasse als beim Schwarztee, und viele empfinden die Wirkung als angenehm belebend ohne Nervosität. Als Getränk gilt Grüntee in üblichen Mengen als sicher. Anders sieht es bei hochdosierten Grüntee-Extrakten in Kapseln aus (siehe FAQ). Wer Koffein meiden möchte, findet auch entkoffeinierte Varianten.

Schwarzer Tee: der belebende Klassiker mit Charakter

Schwarzer Tee ist voll fermentiert und enthält reichlich Polyphenole und Gerbstoffe, die ihm seine kräftige, herbe Note geben. Sein Koffein ist chemisch dasselbe wie im Kaffee. Da eine Tasse aber meist weniger davon enthält (Richtwert: etwa 45 mg pro 200 ml, bei Filterkaffee etwa 90 mg), empfinden viele die Wirkung als milder und gleichmäßiger. Beliebte Sorten sind Darjeeling, Assam, Ceylon und der mit Bergamotte aromatisierte Earl Grey.

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© zzorik / gettyimages.de

Kräutertees für Magen, Darm und Atemwege

Kräutertees sind koffeinfrei und werden seit Generationen für bestimmte Anliegen geschätzt. Sie ersetzen bei anhaltenden Beschwerden nicht den Arztbesuch. Mit * gekennzeichnete Produkte sind freiverkäufliche Arzneimittel (siehe „Gut zu wissen“).

Kamillentee: die sanfte Umarmung aus der Teetasse

Die Kamille ist eine vielseitige Heilpflanze. Ihre ätherischen Öle und Flavonoide werden traditionell wegen der entzündungshemmenden, krampflösenden und antibakteriellen Eigenschaften geschätzt. Kamillentee beruhigt Magen und Darm, ist wohltuend bei Schleimhautreizungen und wird traditionell auch bei Menstruationsbeschwerden getrunken. Ein milder Begleiter, der Körper und Bauch spürbar zur Ruhe bringt. Wer auf Korbblütler wie Beifuß allergisch reagiert, sollte vorsichtig sein.

Pfefferminztee: die kühle Helferin für Magen, Darm und freie Atemwege

Pfefferminze enthält ätherisches Öl mit Menthol sowie Gerb- und Bitterstoffe und Flavonoide. Sie schmeckt erfrischend, wirkt krampflösend und wird traditionell bei Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen und Übelkeit getrunken. Auch in der Erkältungszeit empfinden viele den frischen Menthol-Duft als wohltuend. Bei Sodbrennen oder Gallensteinen ist Pfefferminztee weniger geeignet, bei Kleinkindern ist Zurückhaltung ratsam.

Ingwertee: klein, scharf, erstaunlich freundlich

Ingwer enthält den Scharfstoff Gingerol und ätherische Öle, die entzündungshemmend wirken können. Er wärmt von innen, ist in der Erkältungszeit beliebt und wird traditionell bei Übelkeit geschätzt, etwa auf Reisen oder in der Schwangerschaft (in üblichen Mengen, siehe Sicherheitshinweise). Ein würziger Allrounder für kühle Tage.

Magentee: die sanfte Lösung für einen aufmerksamen Bauch

Magentees sind fein abgestimmte Kräutermischungen, die bei Völlegefühl, Blähungen und leichten Verdauungsbeschwerden wohltuend wirken können. Sie beruhigen den Magen-Darm-Trakt und sind angenehm bekömmlich und alltagstauglich.

Tees zur Entlastung und Unterstützung

Diese Tees begleiten Fastenkuren, Entlastungstage und die kalte Jahreszeit. Hier lohnt der genaue Blick auf das, was ein Tee leisten kann und was nicht.

Brennnesseltee: kraftvoll und klärend

Die Pflanze, die lieber nicht falsch angefasst wird – im Tee aber begeistert. Brennnesselblätter wirken harntreibend und werden traditionell zur Durchspülung der Harnwege sowie begleitend zu Fastenkuren getrunken. Sie sind reich an Mineralstoffen. Wichtig: Trinken Sie bei einer Durchspülung ausreichend zusätzliche Flüssigkeit. Bei Wassereinlagerungen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit ist sie nicht geeignet.

Grüner Hafertee: der unterschätzte Grünling aus der Wiese

Grüner Hafer ist ein echter Kraftspender und reich an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Eisen, Mangan, Kieselsäure und Zink. Saponine unterstützen die natür liche Entwässerung und können den Stoffwechsel sanft anregen. Gleichzeitig gilt er traditionell als ausgleichend und stärkend für Nerven und Abwehrkräfte – grün, wild und überraschend sanft.

Basentee: der Hausmeister im Tee-Regal

Basentees unterstützen basenbildende Ernährungs konzepte und können helfen, die Säure-Basen-Balance auszugleichen. Je nach Mischung wirken sie verdauungs fördernd oder ausleitend und begleiten sanfte Entlas tungstage – leicht, pflanzlich und regulierend.

Cistustee: die kleine Zistrose mit großem Schutzschild-Charakter

Die Fülle an Polyphenolen macht sie zu einer Pflanze mit stark antioxidativem Potenzial, die freie Radikale abfangen kann. So unterstützt sie das Immunsystem und schützt Zellen vor oxidativem Stress. Ein natürlicher Schutz für die kalte Jahreszeit, der besonders in der Erkältungszeit geschätzt wird.

Früchtetee: fruchtiger Genuss ohne Koffein

Die natürlich süße Ausrede für eine zweite Tasse. Früchtetee ist koffeinfrei, vielseitig und je nach Mischung ein fruchtig-aromatischer Genuss für jede Tageszeit. Ob Beeren, Apfel oder exotische Früchte: Er ist ein unkomplizierter Begleiter für entspannte Momente. Bei Eisenmangel ist Früchtetee zudem die bessere Wahl zu Mahlzeiten als schwarzer oder grüner Tee.

Arzneitee oder Genusstee? Gut zu wissen

Tees, die in Ihrem Reformhaus® als freiverkäufliche Arzneimittel angeboten werden (im Beitrag mit * gekennzeichnet), unterliegen den Vorgaben des Europäischen Arzneibuchs (Ph. Eur.) und zeichnen sich durch einen genau definierten, gleichbleibend hohen Wirkstoffgehalt aus. Im Gegensatz zu klassischen Genuss-Tees handelt es sich dabei um Arzneitees mit sorgfältig ausgewählten Kräutern, Wurzeln und Blättern, die für ihre unterstützenden Eigenschaften bekannt sind und gezielt zur Begleitung bei gesundheitlichen Beschwerden eingesetzt werden können.

Für einen wohltuenden Genuss empfiehlt es sich, Ihren Tee möglichst unverfälscht und ohne zusätzliche Süßung zu genießen. So bleiben die natürlichen Eigenschaften der Pflanzen im Vordergrund. Achten Sie außerdem auf schadstoffkontrollierte Produkte ohne Aromenzusätze, gegebenenfalls mit dem neuform® Qualitätssiegel.

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© Yuuka Hurunaga / gettyimages.de

Tee-Verträglichkeit: Worauf Sie achten sollten

Tee ist für die meisten Menschen unkompliziert. In einigen Situationen lohnt sich jedoch ein zweiter Blick:

SituationWas Sie beachten sollten
Schwangerschaft und StillzeitKoffein insgesamt bis 200 mg pro Tag. Tee und Kräutertee im Wechsel mit anderen Getränken trinken (BfR). Ingwer in üblichen Mengen ist möglich. Brennnesselblätter-Arzneitees sollen laut Packungsbeilage nicht angewendet werden. Bei Fragen Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
KinderNicht ausschließlich Tee und Kräutertee anbieten (BfR). Bei Pfefferminztee Zurückhaltung. Brennnesselblätter-Arzneitee ist für Kinder unter 12 Jahren nicht vorgesehen.
EisenmangelSchwarzen und grünen Tee nicht direkt zu eisenreichen Mahlzeiten trinken, etwa eine Stunde Abstand halten. Früchtetee und Rooibos sind unproblematischer.
Allergie gegen Korbblütler (z. B. Beifuß) Kamille kann allergische Reaktionen auslösen, auch als Tee. Kamillentee nicht zum Spülen der Augen verwenden.
Sodbrennen, GallensteinePfefferminztee kann Beschwerden verstärken.
Herz- oder Nierenerkrankung, begrenzte TrinkmengeDurchspülungstees wie Brennnessel sind bei Wassereinlagerungen oder ärztlich begrenzter Flüssigkeitszufuhr nicht geeignet. Vorher ärztlich abklären.
Regelmäßige MedikamenteneinnahmeKamille kann möglicherweise die Wirkung von Gerinnungshemmern verstärken. Fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder die Apotheke.
Sehr heißer TeeGetränke über etwa 65 °C vor dem Trinken abkühlen lassen.
Grüntee-ExtrakteNahrungsergänzungsmittel nicht mit Tee gleichsetzen: höchstens 800 mg EGCG pro Tag aus allen Quellen.

Unsere Empfehlungen aus dem Reformhaus®:

  • Weißer Tee: Schoenenberger CH’UAN Weißer Tee Pai-Mu-Tan, Salus Blütenzauber Weißer Tee
  • Grüner Tee: Schoenenberger CH’UAN Sencha Grüner Tee, Salus Grüner Tee entkoffeiniert
  • Schwarzer Tee: Schoenenberger Darjeeling Schwarzer Tee, Salus Schwarze Tees (Darjeeling, Earl Grey, Assam, Ceylon)
  • Kamillentee: Salus FreeBalance Goldrute-Kamille Tee bio, Sonnentor® Kamille bio lose
  • Pfefferminztee: Salus Pfefferminztee bio, Sonnentor® Pfefferminze lose bio
  • Ingwertee: Salus Ingwer Tee bio*, Sonnentor® Ingwer Kurkuma Gewürztee lose*
  • Magentee: SonnenMoor® Bio Magenwohl Kräutertee, Anguraté® Magentee aus Peru*, Salus Magen-Darm-Tee, Sonnentor® Fürs Bauchgefühl® Tee*

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Häufige Fragen zu Tee (FAQ)

Welcher Tee ist der gesündeste?

Den einen „gesündesten“ Tee gibt es nicht. Die Sorten unterscheiden sich in Inhaltsstoffen, Koffeingehalt und Anwendung: Weißer, grüner und schwarzer Tee liefern Polyphenole und etwas Koffein, Kräutertees wie Kamille, Pfefferminze oder Ingwer sind koffeinfrei und werden traditionell bei bestimmten Anliegen geschätzt. Am besten wechseln Sie die Sorten ab und trinken den Tee ungesüßt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt außerdem, den Flüssigkeitsbedarf nicht ausschließlich mit Tee und Kräutertee zu decken.

Welche Tees enthalten Koffein – und wie viel?

Koffein steckt in Tee aus der Teepflanze (Camellia sinensis), also in weißem, grünem und schwarzem Tee. Kräuter- und Früchtetees sind in der Regel koffeinfrei. Als Richtwert nennt das BfR für eine Tasse (200 ml) Schwarztee etwa 45 mg Koffein, für Filterkaffee etwa 90 mg; Grüntee liegt meist bei rund 20 bis 45 mg pro Tasse. Das Koffein im Tee ist chemisch dasselbe wie im Kaffee. Gesunde Erwachsene sollten nach BfR und EFSA nicht mehr als 400 mg Koffein pro Tag aus allen Quellen aufnehmen.

Wie viel Tee darf man am Tag trinken?

Eine feste Höchstmenge für Tee gibt es nicht. Bei koffeinhaltigen Sorten zählt die Gesamtmenge Koffein: Für gesunde Erwachsene gelten bis zu 400 mg pro Tag, in Schwangerschaft und Stillzeit bis zu 200 mg als unbedenklich. Kräutertees sollten Sie abwechslungsreich trinken, weil sie Spuren von Pyrrolizidinalkaloiden enthalten können. Bei Arzneitees gelten die Angaben auf der Packung.

Wie lange muss Tee ziehen – und wirkt längeres Ziehen beruhigend?

Als Richtwerte gelten: Schwarztee 3 bis 5 Minuten, Grüntee 2 bis 4 Minuten, Kräuter- und Früchtetee 5 bis 8 Minuten; die Packungsangabe hat Vorrang. Bei echtem Tee löst sich das Koffein zuerst, Gerbstoffe folgen später. Kurz gezogen wirkt Tee daher anregender. Längeres Ziehen macht ihn jedoch nicht beruhigend, sondern nur herber und weniger anregend – der Koffeingehalt in der Tasse sinkt dabei nicht.

Wie heiß darf Tee getrunken werden?

Sehr heiße Getränke ab etwa 65 °C stuft die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) seit 2016 als „wahrscheinlich krebserregend“ für die Speiseröhre ein. Entscheidend ist die Trinktemperatur, nicht der Tee selbst. Brühen Sie Tee wie empfohlen heiß auf, lassen Sie ihn aber vor dem Trinken einige Minuten abkühlen.

Ist grüner Tee gefährlich für die Leber?

Als Getränk nicht: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat Catechine aus traditionell zubereitetem Grüntee 2018 als im Allgemeinen sicher eingestuft. Bedenken bestehen bei konzentrierten Grüntee-Extrakten als Nahrungsergänzung, denn ab 800 mg EGCG pro Tag traten in Studien erhöhte Leberwerte auf. Über Tee nimmt man in Europa im Schnitt 90 bis 300 mg EGCG täglich auf. Aus allen Quellen zusammen sollten es nicht mehr als 800 mg pro Tag sein.

Darf ich in der Schwangerschaft Tee trinken?

Grundsätzlich ja, mit Augenmaß. Beim Koffein gelten in der Schwangerschaft bis zu 200 mg pro Tag aus allen Quellen als unbedenklich. Schwangere und Stillende sollten Tee und Kräutertee laut BfR im Wechsel mit anderen Getränken trinken. Ingwer kann laut Embryotox (Charité) in üblicher Dosierung in allen Phasen der Schwangerschaft eingenommen werden, Pfefferminztee gilt in normalen Mengen als unbedenklich. Brennnesselblätter-Arzneitees sollen laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, Grüntee-Extrakt-Präparate sind für Schwangere nicht empfohlen. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme.

Hemmt Tee die Eisenaufnahme?

Teilweise ja. Gerbstoffe und Polyphenole in schwarzem und grünem Tee können die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Lebensmitteln im Darm verringern. Bei Eisenmangel sollten Sie diese Tees daher nicht direkt vor, zu oder nach einer eisenreichen Mahlzeit trinken; als Faustregel gilt etwa eine Stunde Abstand. Früchtetee und Rooibos gelten als unproblematisch, Vitamin C verbessert die Eisenaufnahme.

Welcher Tee hilft bei Magen-Darm-Beschwerden?

Traditionell bewährt sind Kamille (krampflösend, bei gereizter Schleimhaut), Pfefferminze (bei Völlegefühl, Blähungen und Bauchschmerzen), Magentees (Kräutermischungen bei Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden) und Ingwer (bei Übelkeit). Pfefferminztee ist bei Sodbrennen und Gallensteinen weniger geeignet, bei Kamille ist auf Allergien gegen Korbblütler zu achten. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden lassen Sie die Ursache ärztlich abklären.

Wirkt Brennnesseltee entwässernd?

Brennnesselblätter wirken harntreibend und sind ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Unterstützung der Durchspülung der Harnwege. Dabei sollten Sie insgesamt mindestens zwei Liter am Tag trinken. Nicht geeignet ist die Anwendung bei Wassereinlagerungen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit; ohne ärztlichen Rat sollte sie nicht länger als 2 bis 4 Wochen dauern. Zum Abnehmen taugt entwässernder Tee nicht.

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Autor:in: Lina Levin